Bürgerbus ...teures Engagement mit einem Gewinner!?
Bürgerbus ...ein teures Engagement mit einem Gewinner!?

Das Thema Bürgerbus wurde seitens der Gemeindverwaltung stets wohlwollend propagandiert. Über die wahren Zahlen und Hintergründe wurde jedoch die Bürgerschaft zu keiner Zeit informiert.

Fakten:
1. die Gemeinde Hassmersheim hat durch die Umsetzung des Bürgerbus eine Erstattung der Umsatzsteuer für den Steg in Höhe von 920.000,00 € (Quelle: Kraichgaustimme) erhalten.
> Diese Erstattung dürfte die wahre Intension der Gemeinde Hassmersheim gewesen sein, die Einrichtung eines Bürgerbusbetriebes zu initiieren.
> Bedingung für die Steuererstattung ist, dass der Bürgerbusbetrieb 10 Jahre aufrecht erhalten werden muss. (siehe obige Quellenangabe)
2. Anschaffungskosten des Bürgerbus = 110.000,00 €
* Aufteilung der Anschaffungskosten:
> 25.000,00 € Zuschuss Leader
> 22.000,00 € Gemeinde Hüffenhardt
> 63.000,00 € Gemeinde Hassmersheim
3. Betriebskosten werden anteilig (je Einwohnerzahl) umgelegt
> 70,47% Hassmersheim (Einwohnerzahl = 4990 mit Stand: 31.12.2018)
> 29,53% Hüffenhardt (Einwohnerzahl = 2091 mit Stand: 31.12.2018)

In den ersten sechs Monaten seit der Inbetriebnahme des Busverkehrs wurden nach offiziellen Angaben 1.000 Fahrten à 1,00 € durchgeführt. Dies entspricht einer durchschnittlichen Einnahme in Höhe von 2.000,00 € im Jahr.

Die vorstehenden Angaben haben hiffelde-live dazu veranlasst, eine transparente betriebswirtschaftliche Berechnung durchzuführen.

Vorab sei erwähnt:
Egal wie großzügig und wohlwollend man die betriebswirtschafliche Auswertungen auslegt:
- Hassmersheim hat ein 10-jahres Haushaltsplus
> zwischen 561.034,20 € (siehe hier) und 755.332,24 € (siehe hier)
- Hüffenhardt hat ein 10-jahres Haushaltsminus
> zwischen -64.602,54 € (siehe hier) und -146.020,72 € (siehe hier)
Mit dem vorstehendem Ergebnis hätte eigentlich die Gemeinde Hassmersheim den Bürgerbus zu 100% bezahlen können. Denn ohne der Mitwirkung der Gemeinde Hüffenhardt wäre die Umsatzsteuererstattung nie zu erreichen gewesen.

In der Berechnung wurde davon ausgegangen dass:
* 12.503,4 Bürger pro Jahr den Bürgerbus benutzen
> werden es weniger wird es teurer
* das Fahrzeug mindestens die vorgegebenen 10 Jahre hält
> was nicht zutreffen wird, da Linienverkehrfahrzeuge mit Fahrten im Nahbereich und ständigem Fahrerwechsel eine Laufzeit von ca. 6 bis max. 8 Jahren haben
* keine selbstverschuldeten Unfälle geschehen
> Vollkasko lohnt nur die ersten drei Jahre, ansonsten steigen die Betriebskosten
* sich die Instandhaltungskosten in den 10 Jahren auf das absolute "Muss" beschränken
> nur die nötigen Verschleiß- und Ersatzteile
* keine besonderen Reparaturen durchgeführt werden müssen
> z.B. Motor- und/oder Getriebewechsel etc. 

Ergebnis:
Wurde die Gemeinde Hüffenhardt letztlich nur als sogenannter "Wasserträger" von der Gemeinde Hassmersheim benutzt?

Anmerkung:

Am 17.11.2019 wurde der 100ste Bürgerbusbenutzer gemeldet (Quelle: NOKZEIT)
Anfang März wurde bereits der 1000ste Bürgerbusbenutzer gemeldet (Quelle: Kraichgaustimme)
Daraus ergibt sich das in der Zeit von November 2019 bis März 2020 der Bürgerbus von mind. 900 Bürgern benutzt wurde. Bei 9,16 Fahrten/Tag ergibt dies bei 18 Wochen Bürgerbusbetrieb mit insgesamt 164,88 Fahrten das bei jeder Fahrt durchschnittlich 5,46 Bürger den Bürgerbus genutzt. Diese hohe Zahl ist zu bezweifeln, denn wie oft sieht man den Bus leer oder nur mit einer/m Fahrgastin/-gast fahren. Die Bewertung hierzu soll Ihnen als Leser jedoch selbstverständlich unbenommen bleiben.

Würde die Anzahl 5,46 Bürger/Fahrt sich anhaltend einstellen, würden bei 250 Betriebstagen/Jahr 12.503,4 Bürger den Bürgerbus benutzen. Die Einnahmen würden sich somit auf  12.503,40 €/Jahr belaufen, dieser Betrag wurde in nachstehenden Berechnungen der Punkte 1 und 2 verwendet.

1. Berechnung bei 0,85 €/Km Gesamtbetriebskosten:

* Berechnungstabelle siehe hier.
Geht man von einer realen Betriebskostenberechnung von 0,85 €/Km aus (was zutreffend sein dürfte, siehe hier), dann ergibt sich für Hassmersheim ein Haushaltsplus von 561.034,20 € und für Hüffenhardt ein Haushaltsminus von -146.020,72 €.

2. Berechnung bei 0,42 €/Km Gesamtbetriebskosten:

* Berechnungstabelle siehe hier.
Geht man von einer sehr sehr wohlwollenden Betriebskostenberechnung von 0,42 €/Km aus, dann verschiebt sich das Ergebnis auf 755.332,24 € Haushaltsplus für Hassmersheim und -64.602,54 € Haushaltsminus für Hüffenhardt.

Beachte: In den Berechnungen der Kosten/Km sind alle Kosten welche im Zusammenhang mit dem Bürgerbus bestehen berücksichtigt. Verringert sich die Jahreskilometerleistung und/oder die Benutzeranzahl, dann ist das Haushaltsplus/-minus für Hassmersheim/Hüffenhardt analog dazu kleiner/größer.

Nachgefragt:
Warum dieses Ergebnis der Bürgerschaft nicht vorab durch das GRremium (wurde es gar auch nicht umfassend informiert?) kommuniziert wurde wird, wie so manches andere auch, des Bürgermeisters Geheimnis bleiben. Der Bürgermeister weis zu gut (so naiv ist er nicht), dass die Bürgerschaft von Hüffenhardt, ohne zu hinterfragen, alles stillschweigend bezahlt und sich letztlich eh alles in dieser Hinsicht gefallen lässt.

Clevernes und/oder Naivität haben sich vereint?
Entweder ist der Bürgermeister aus Hassmersheim verdammt clever und unser Bürgermeister total naiv, oder unser Bürgermeister hat vorab selbst eine betriebswirtschaftlichen Berechnung durchgeführt (was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte) und der Bürgerschaft das wahre Ergebnis wieder mal vorenthalten und sie somit (abermals?) an der Nase herum geführt. Die Eingangsfrage sollte er eigentlich der Bürgerschaft beantworten. Wird er aber, wie üblich bei finanziellen Ungereimtheiten in größerem Ausmaß, nicht.

Hiffelde-live kann dazu nur "Hut ab", vor solch einem cleveren Bürgermeister wie ihn Hassmersheim derzeit hat, sagen.

Sollte BM Neff im Vorfeld wirklich nichts von vorstehendem Sachverhalt gewusst haben, sollte man, um den Verlust zu mindern, eigentlich den zwischen den Gemeinden abgeschlossenen Bürgerbusvertrag mit sofortiger Wirkung kündigen. Wäre doch interessant zu Erfahren welche Zugeständnisse dann Hassmersheim an Hüffenhardt macht um die Umsatzsteuererstattung nicht zurück geben zu müssen.